Zurück zum Lasercut Service

Anleitung: Datei für den Lasercut erstellen

Der Laser folgt genau den Linien deiner Zeichnung. Damit er weiss, wo er schneiden und wo er gravieren soll, braucht die Datei ein paar einfache Regeln. Diese Anleitung zeigt sie — mit Beispielen und Schritt für Schritt mit freier Software.

1. Das Wichtigste in Kürze

Die Beispieldatei ist der Anhänger aus dieser Anleitung. Du kannst sie als Vorlage öffnen oder zum Ausprobieren im Lasercut Service hochladen und in der Vorschau ansehen.

2. Farben: schneiden und gravieren

Gib jeder Linie die Farbe der gewünschten Bearbeitung. Massgebend ist die Farbe der Kontur, bei Flächengravuren auch die der Füllung.

FarbeBearbeitungFarbwertWas passiert
BlauSchneiden#0000ffRGB 0, 0, 255 · DXF-Farbe 5Der Laser schneidet entlang der Linie durch das Material. Aussenkonturen und Löcher gehören hierher.
RotLinie gravieren#ff0000RGB 255, 0, 0 · DXF-Farbe 1Der Laser fährt die Linie nach, brennt sie aber nur in die Oberfläche. Für feine Linien, Umrisse und Zeichnungen.
GrünFläche gravieren#00ff00RGB 0, 255, 0 · DXF-Farbe 3Der Laser trägt die ganze Fläche der Form ab. Nur für geschlossene Formen — für gefüllte Schrift, Logos und Flächen.
Zeichnung eines Anhängers: Aussenkontur und Loch in Blau, Zierrahmen und Wellenlinie in Rot, ein gefüllter Stern in Grün.Blau = schneidenRot = Linie gravierenGrün = Fläche gravieren
So zeichnest du: jede Linie in der Farbe ihrer Bearbeitung.
Der fertige Anhänger: ausgeschnittene Form mit Loch, feine gravierte Linien und ein dunkel gravierter Stern.
Das kommt heraus: ausgeschnittene Form, gravierte Linien, gravierte Fläche.

3. Grundregeln für die Datei

Format
SVG oder DXF, je höchstens 4 MB. Beides sind Vektorformate: Sie beschreiben Linien, keine Bildpunkte.
Massstab
1:1. Zeichne jedes Teil in seiner echten Grösse — wir skalieren nichts nach.
Grösse
Höchstens 410 × 287 mm pro Teil, hoch oder quer. Unsere grösste Platte ist A3 (420 × 297 mm), ringsum bleibt ein Rand frei. Was grösser ist, musst du verkleinern oder in mehrere Teile aufteilen; die Vorschau warnt dich, wenn eine Zeichnung zu gross ist.
Einheit
Millimeter. Bei SVG gilt die Dokumentgrösse in mm; fehlt sie, lesen wir eine Zeicheneinheit als 1 mm. DXF lesen wir immer als Millimeter.
Linien
Dünne Konturen ohne Füllung (ausser bei der Flächengravur). Die Strichstärke spielt keine Rolle: Der Laser folgt der Mitte der Linie.
Text
In Pfade (Umrisse) umgewandelt. Schrift als Text kennt nur dein Computer; in einer DXF-Datei wird Text ganz ignoriert.
Inhalt
Nur das, was gelasert wird. Keine Blattrahmen, Masslinien, Mittellinien, Beschriftungen oder eingebetteten Bilder.
Material
Eine Datei, ein Material. Material, Farbe und Dicke wählst du beim Bestellen pro Datei, ebenso die Stückzahl. Andere Platten und Farben als die dort angebotenen sind auf Anfrage erhältlich — schreib uns über das Kontaktformular.

4. Zeichentipps mit Beispielen

Text in Pfade umwandeln

Solange ein Wort «Text» ist, hängt sein Aussehen von der installierten Schrift ab. Erst als Pfad besteht es aus festen Linien, denen der Laser folgen kann. Rote Kontur ohne Füllung graviert den Umriss, grüne Füllung graviert die Buchstaben vollflächig.

Das Wort «Anna» als Schrift mit Textcursor und Textrahmen.Anna
Falsch: Schrift als Text: wird nicht oder falsch gelasert.
Das Wort «Anna» als rote Umrisslinien: in Pfade umgewandelt.Anna
Richtig: In Pfade umgewandelt und eingefärbt.

Konturen schliessen

Ein Teil fällt nur heraus, wenn seine Schnittlinie ringsum geschlossen ist. Achte darauf, dass sich Anfang und Ende einer Kontur treffen — besonders an Ecken, die aus einzelnen Linien zusammengesetzt sind. Für Flächengravuren ist eine geschlossene Form Pflicht.

Ein blaues Rechteck, dessen Linie an einer Ecke nicht geschlossen ist.Lücke
Falsch: Offene Kontur: Das Teil bleibt an der Lücke hängen.
Ein blaues Rechteck mit durchgehend geschlossener Linie.
Richtig: Geschlossene Kontur.

Keine doppelten Linien

Liegen zwei Linien genau übereinander, fährt der Laser die Stelle zweimal ab. Das verbrennt die Kante und kostet Zeit. Häufig passiert das, wenn zwei Teile eine Kante teilen oder eine Form kopiert und nicht verschoben wurde. Zeichne gemeinsame Kanten nur einmal.

Zwei Rechtecke, die sich an einer Kante berühren: dort liegen zwei Linien übereinander.doppelte Linie
Falsch: Zwei Rechtecke nebeneinander: Die mittlere Kante ist doppelt.
Dieselben zwei Rechtecke mit einer einzigen gemeinsamen Trennlinie.
Richtig: Eine gemeinsame Trennlinie.

Nur das Teil, sonst nichts

Der Laser unterscheidet nicht zwischen Teil und Beiwerk: Ein Blattrahmen würde ausgeschnitten, eine Masslinie mitgeschnitten. Lösche alles, was nicht zum Werkstück gehört, bevor du die Datei speicherst.

Ein Teil mit Blattrahmen, Masslinie, Mittellinie und Beschriftung rundherum.40 mmSchild v2 – final
Falsch: Rahmen, Masse, Mittellinie und Beschriftung würden mitgelasert.
Nur das Teil selbst, ohne Rahmen und Masse.
Richtig: Nur die Kontur des Teils.

Schnittfuge und feine Details

Der Laser brennt entlang der Linie einen schmalen Spalt, die Schnittfuge — als Richtwert rund 0.1 bis 0.2 mm, je nach Material. Aussenmasse werden dadurch minimal kleiner, Löcher minimal grösser. Bei Dekoration spielt das keine Rolle; bei Steckverbindungen und Passungen solltest du es einrechnen. Sehr schmale Stege und winzige Details können beim Schneiden wegbrennen: Lass zwischen zwei Schnittlinien als Faustregel mindestens so viel Abstand, wie das Material dick ist.

Querschnitt durch eine Platte: Der Laser brennt entlang der gezeichneten Linie einen schmalen Spalt, je zur Hälfte auf beiden Seiten der Linie.gezeichnete LinieSchnittfugeTeilRest
Querschnitt: Die Schnittfuge liegt je zur Hälfte links und rechts der gezeichneten Linie.

Wenn es auf den Zehntelmillimeter ankommt oder du sehr feine Teile planst, frag uns vorher — wir sagen dir, was mit deinem Material machbar ist.

5. Schritt für Schritt mit Inkscape

Inkscape ist ein freies, kostenloses Zeichenprogramm für Windows, macOS und Linux und speichert direkt als SVG. Die Menünamen unten stammen aus der deutschen Version; je nach Version können sie leicht abweichen.

  1. Schritt 1: Dokument in Millimetern anlegen

    Öffne Datei → Dokumenteinstellungen. Stelle die Anzeigeeinheit und die Einheit der Seitengrösse auf mm und gib die Grösse deiner Arbeitsfläche ein, etwas grösser als dein Teil. Die Skalierung bleibt bei 1.

  2. Schritt 2: Teil in echter Grösse zeichnen

    Zeichne mit den Werkzeugen für Rechteck, Kreis und Pfad. Die genauen Masse trägst du oben in der Werkzeugleiste in den Feldern B und H ein (Einheit daneben auf mm). So wird das Teil exakt so gross wie geplant.

  3. Schritt 3: Farben für Schneiden und Gravieren setzen

    Markiere eine Form und öffne Objekt → Füllung und Kontur. Unter Farbe der Kontur wählst du die einfache Farbe und trägst bei RGBA den Wert ein: 0000ffff für Schneiden, ff0000ff für Liniengravur. Unter Füllung wählst du «keine Füllung» (das X). Für eine Flächengravur ist es umgekehrt: Füllung 00ff00ff, Kontur keine.

  4. Schritt 4: Text und Formen in Pfade umwandeln

    Markiere jeden Text und wähle Pfad → Objekt in Pfad umwandeln. Danach lässt sich der Text nicht mehr als Schrift bearbeiten — speichere vorher eine Arbeitskopie, wenn du den Wortlaut später noch ändern willst.

  5. Schritt 5: Aufräumen

    Lösche Hilfslinien, Rahmen und Masse. Mit Bearbeiten → Alles auswählen siehst du, ob irgendwo ausserhalb noch vergessene Objekte liegen. Eingefügte Fotos oder Logos als Pixelbild müssen raus oder nachgezeichnet werden (Pfad → Bitmap nachzeichnen).

  6. Schritt 6: Als SVG speichern

    Wähle Datei → Speichern unter und als Dateityp Normales SVG (*.svg). Lade die Datei danach im Lasercut Service hoch und kontrolliere sie in der Vorschau.

Arbeitest du mit Adobe Illustrator, Affinity Designer oder CorelDRAW, gelten dieselben Regeln: Dokument in mm, reine RGB-Farben, Text in Pfade (Konturen) umwandeln, als SVG exportieren.

6. DXF aus einem CAD-Programm

Technische Teile entstehen oft in einem CAD-Programm. Frei verfügbar sind zum Beispiel LibreCAD (2D) und FreeCAD (3D mit 2D-Export). Beim Export als DXF gilt:

7. Wie wird der geschätzte Preis berechnet?

Beim Bestellen siehst du für jede Datei und für den ganzen Auftrag eine Preisschätzung, bevor du etwas absendest. Sie wird direkt aus deiner Zeichnung berechnet und folgt der Stückzahl, die du eingibst. Die Schätzung ist unverbindlich und ohne Versand: Wir prüfen jede Datei von Hand, und verbindlich ist erst der Preis in unserer Offerte.

Der Preis einer Datei setzt sich aus drei Teilen zusammen:

Material
Deine Teile werden in Reihen auf eine A3-Platte (420 × 297 mm) gelegt, mit 3 mm Abstand dazwischen — so wie gezeichnet oder um 90° gedreht, je nachdem, was weniger Material braucht. Massgebend ist das Rechteck um die ganze Zeichnung. Eine angebrochene Reihe verrechnen wir über die ganze Plattenbreite, weil der Rest daneben Verschnitt ist; den unberührten Teil der Platte bezahlst du nicht. Der Plattenpreis hängt vom gewählten Material ab.
Laserzeit
Je länger der Laser arbeitet, desto teurer. Gerechnet wird mit der Länge aller Schnittlinien, der Länge der gravierten Linien und der Fläche der Flächengravuren. Schneiden ist langsamer als Linien gravieren, und eine Flächengravur fährt der Laser Zeile für Zeile ab — sie braucht für dieselbe Form am längsten. Dazu kommt ein Moment pro Kontur für das Anfahren und Einstechen.
Einrichten
CHF 12.00 pro Datei, unabhängig von der Stückzahl: für das Prüfen der Zeichnung und das Einlegen der Platte.

Material und Laserzeit wachsen mit der Stückzahl, das Einrichten nicht — der Preis pro Stück sinkt deshalb, je mehr du bestellst. Ein Auftrag kostet mindestens CHF 25.00 (Mindestauftragswert).

So wird es günstiger

Keine Schätzung gibt es, wenn eine Zeichnung grösser ist als die Platte oder sich nicht vermessen lässt. Dann nennen wir dir den Preis mit der Offerte.

8. Checkliste vor dem Hochladen

Datei bereit?

Lade sie hoch und prüfe sie in der Vorschau. Du bestellst erst, wenn du jede Vorschau bestätigt hast, und den Preis nennen wir dir, bevor Kosten entstehen.